Die Großen Vier: Moderne Verkaufs- und Werbemethoden / Kataloge

Die Großen Vier: Moderne Verkaufs- und Werbemethoden / Kataloge

Der Einkaufsbummel in der nächstgelegenen Stadt war für die Landbevölkerung des 19. Jahrhunderts keine Selbstverständlichkeit. Schon früh erkannten die Warenhausunternehmen ihre Chance, neue Kund:innen und Absatzmärkte fernab ihres Standortes zu erschließen.

Was 1872 mit einer Idee von Aaron Montgomery Ward in den USA begann, wurde zu einer Erfolgsgeschichte, die erst mit dem Aufkommen des Internets nahezu ein Ende fand. Auch Herzmansky bediente sich ab den 1930er Jahren dieser Möglichkeit. Als eines der ersten Unternehmen in Europa verschickte das österreichische Warenhausunternehmen Kastner & Öhler ab 1887 Kataloge und Waren an seine Kund:innen.

Ein bürgerliches Ideal: Die Frau im Katalog

Um 1900 fanden sich bürgerliche Frauen im Spannungsfeld unterschiedlicher Erwartungshaltungen und Einflüsse. Die gesellschaftlichen Entwicklungen förderten Emanzipationsprozesse und neue Lebensentwürfe. Die Warenhauskataloge zeichnen allerdings ein weitgehend standardisiertes Erscheinungsbild der traditionellen bürgerlichen Geschlechterrollen. Insbesondere Frauen zeigen in ihrer Haltung, ihren Tätigkeiten und Accessoires ihre Sittsamkeit und ein Leben hauptsächlich im familiären Rahmen.